Big in Japan - Japanische Lösungswege für die digitale Zukunft

Tokio
Von 23.-25. Jänner wurden im Großraum Tokio nahmhafte Unternehmen wie FANUC, SMC oder KAWADA Robotics besucht. © Business Upper Austria
Kawader
Bei kollaborativen Roboterlösungen möchte KAWADA die Geschwindigkeit steigern und ausgehend von einfachen, zyklisch Anwendungen zukünftig mehr in Richtung flexibler Gesamtsysteme gehen. ©Business Upper Austria

05.02.2019

Die oö. Standortagentur Business Upper Austria unterstützt gemeinsam mit den Standortagenturen aus Niederösterreich und Tirol die Zukunftsreise Automatisierung und Robotik in Japan. Organisiert vom Außenwirtschaftscenter Tokio wurden von 23.- 25. Jänner im Großraum Tokio namhafte Unternehmen wie FANUC, SMC oder KAWADA Robotics besucht. Rund 30 Teilnehmer aus ganz Österreich erhielten so Einblicke in die Produktion der Zukunft. 

 

"Die Japaner gehen gründlich und konsequent ans Werk und setzen alle zur Verfügung stehenden Ressourcen zielgerichtet und abgestimmt ein!
Für mich ein Paradebeispiel für effektive Produktion mit knappen Humanressourcen, aus dem wir Europäer lernen und uns noch besser auf die Herausforderungen des Fachkräftemangels vorbereiten können."
Mario Jungwirth, Studiengangsleiter Mechatronik/Wirtschaft Bachelor FH OÖ Wels und Teilnehmer der Studienreise


Der Mechatronik-Cluster war ebenfalls live dabei! Hier das Logbuch von Cluster Manager Elmar Paireder.

Tag 1:

Besuche bei SMC, Kawada Robotics und den Sony Computer Science Laboratories.

SMC CORPORATION:
Firmenbesuch bei einem der weltweit wichtigsten Zuliefererbetriebe der Fabriksautomatisierungstechnik SMC Corporation ist wohl einer der wichtigsten Lieferbetriebe von pneumatischen Komponenten und Lösungen, die für die Automatisierung von Produktionsanlagen essenziell sind. Die Produkte kommen in der Automobil-, Halbleiter- und Elektronikindustrie und weiteren Industrien zum Einsatz.

Insight:
Die Trends im Bereich pneumatischer Komponenten gehen ganz klar in Richtung Steigerung der Energieeffizienz, Verringerung der Bauteilgröße und Reduktion des Gewichts. Über dem stehen die Erhöhung der Connectivity und die Digitalisierung. So will SMC auch weiterhin seine Stellung als global Player im Bereich der Automatisierung ausbauen.

KAWADA ROBOTICS CORPORATION 
Kennenlernen der derzeitigen Möglichkeiten und Grenzen der Automatisierung in Japan Mit der zunehmenden Alterung der japanischen Gesellschaft, der gesellschaftlichen Ablehnung permanenter Immigration und der drastischen Verringerung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter treiben die japanischen Konzerne die Automatisierung in Industrie und Gewerbe weiter voran. Kawada Robotics ist ein bedeutender Produzent von Industrierobotern und zählt zu den japanischen Technologieführern des Sektors. Der Roboter NEXTage ist bereits im gleichen gemeinsamen Umfeld mit Menschen auf der Werksbank tätig. 

Insight: 
Bei kollaborativen Roboterlösungen möchte KAWADA die Geschwindigkeit steigern und ausgehend von einfachen, zyklisch Anwendungen zukünftig mehr in Richtung flexibler Gesamtsysteme gehen. Aktuell sind Anwendungsmöglichkeiten beim Handling durch das maximale Gewicht pro Roboterarm (zurzeit rund 2,5Kilo) auf Pick- & Place-Lösungen beschränkt. Durch Steigerung des maximalen Gewichts erwartet sich KAWADA deutlich mehr Anwendungsmöglichkeiten.

SONY COMPUTER SCIENCE LABORATORIES INC. 
Präsentationen zu Robotik aus der Perspektive der Komsumelektronik, um einen anderen Blickwinkel zu gewinnen. Sony Computer Science Lab will den Forschern die maximale Freiheit und die dafür beste Forschungsumgebung bieten. Manchmal finden die Forschungsergebnisse in neuen Sony-Produkten, allerdings steht dies nicht im Vordergrund. Die Forschungsbereiche sind weitläufig. Von Robotik, Energie, Design, Musik, bis zu Augmented und Virtual Reality.

Insight:
Aus Sicht des Sony CSL geht der Trend in Richtung Human Centered Systems. Eine wichtige Rolle werden Themen wie Data Analytics, Deep-Learning oder auch die End2End Communication spielen. Robotik wird dabei zunehmend auch im nicht-industriellen Umfeld an Bedeutung gewinnen.


Tag 2:

FANUC CORPORATION 
Firmenbesuch beim weltweit führenden Betrieb in der Industrierobotik Hauptwerk Japans größten Herstellungsbetrieb von Industrierobotern am Fuße des Bergs Fuji. 3600 Roboter bauen hier monatlich 7.000 Roboterkollegen, Robomachines u.a. Produkte der Industrieautomatisierung. Die Fahrt führt durch typisch ländliches Gebiet. 

Insiderstory:
„Ja, es gibt sie wirklich: die digitalisierte und automatisierte Fabrik der Zukunft! Und zwar im Headquarter von FANUC. Der Weltmarktführer für industrielle Automatisierung produziert am Standort direkt am Fuße des Berges Fujiyama mit rund 4000 Robotern im Schnitt etwa 7000 Roboter, Robomachines oder diverse Motoren. Diese einmalige Fabrik an diesem atemberaubenden Ort ist das Ergebnis einer konsequenten Automatisierung und einem entsprechenden Gleichteilemanagement und macht FANUC trotz hoher Lohnkosten zu einem profitablen und wettbewerbsfähigen Unternehmen. Arbeitsplätze hat dieser Weg nicht gekostet. Im Gegenteil: im Headquarter arbeiten rund 3000 Techniker und Angestellte. Gut 1000 davon in der Entwicklung, um mit den rasanten Veränderungen im Bereich der industriellen Automatisierung Schritt zu halten. FANUC hat die Zeichen der Zeit jedenfalls erkannt und ist mit einem hohen Automatisierungsgrad der eigenen Fertigung höchst erfolgreich. Ein Beispiel, dem auch österreichische Unternehmen Aufmerksamkeit schenken sollten. Bestens entwickelte Roboterlösungen existieren also - nun geht es um entsprechende Anwendungen und Applikationen in der Praxis. Dieser Besuch war wirklich beeindruckend und bestätigte die Position von FANUC als Weltmarktführer in der Industrieautomation!“


Tag 3:

KOMATSU LTD. 
Vorstellung des Komatsu Smart Construction-Konzeptes Komatsu präsentiert sich als ein führender Technologiebetrieb für Baumaschinen. Unter dem Schlagwort „Smart Construction“ kommen Drohnen, Bagger und LKW, auch fahrerlos, koordiniert zum Einsatz. Zahlreiche Projekte zur Effizienzsteigerung werden realisiert und können in Form eines Seminars neben Theorie auch besichtigt und ausprobiert werden. Konzeptfilm

Insiderstory:
„Auch bei KOMATSU liegt der Grund für eine Automatisierung und Digitalisierung der Prozesse und Abläufe in dem massiven Rückgang an entsprechenden Arbeitskräften. Daher hat man bei KOMATSU entschieden, unter Nutzung von IoT-Lösungen die Produktivität und Effizienz zu steigern. Dies ist mit dem Ansatz „SMARTConstruction“ eindrucksvoll gelungen. Genutzt werden GPS, Drohnen, 3D-Scanner und Visualisierungen genauso wie Cloudlösungen und mobil Devices mit entsprechenden Planungs- und Steuerungscockpits. Mit dieser technologischen Unterstützung können auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte hochqualitative Ergebnisse erzielen. Erfolgsfaktor ist dabei die digitale Transformation entlang des gesamten Produktionsprozesses. Beispiel ist das Operation-Management Tool Truckvision, das eine Visualisierung (Standort, Fahrtrouten, etc.) und eine Zustandsüberwachung (Ladegewicht, workperformance, etc.) ermöglicht. Und dies alles abgebildet auf einem Smartphone. Somit ist auch die Zukunft der Bauwirtschaft digital!“


Fazit: 

Die drei Tage im Großraum Tokio waren sehr spannend und haben einen umfangreichen Einblick in die Welt der Automatisierung und Robotik gegeben. Eines hat die Reise gezeigt - Innovative Technologien sind vorhanden, nun liegt es an uns, diese auch wirklich zu nutzen!