„Es braucht einen Mindset Change für die Digitalisierung“

© iStock/Scharfsinn86
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23.12.2021

Der Beirat des Mechatronik-Clusters hat fünf Positionen definiert, die den Mechatronikstandort Oberösterreich zu einer Kompetenzregion und zum Enabler der Digitalen Transformation machen können. Cluster-Manager Elmar Paireder spricht im Interview über die Details.

Oberösterreich verfügt über hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten in der Mechatronik. Was sollte sich trotzdem ändern?

Durch hoch automatisierte Maschinen, Anlagen und Dienstleistungen steigt die Komplexität. Dies erfordert das Verständnis für Produkte, Produktionssysteme, Werkstoffe und die zugehörigen Engineeringprozesse. Das wiederum verlangt eine hohe technologische wie auch methodische Kompetenz bei Mitarbeitern auf allen Unternehmensebenen. Die Ausbildungsinhalte müssen daher an die Anforderungen der Digitalen Transformation angepasst werden. Wir müssen aber auch Jugendliche sowie Berufstätige auf die Berufschancen sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufmerksam machen.


Was kann der Mechatronik-Cluster tun, um die Digitalisierung in die Unternehmen zu bringen?

Wir müssen den Unternehmen, vor allem den KMU, erfolgreich umgesetzte Beispiele zeigen. Weil oft der Fokus zu sehr auf die externe Digitalisierung gelegt und die interne vernachlässigt wird, müssen wir das Thema ganzheitlicher betrachten. Der Mechatronik-Cluster wird daher seine Aktivitäten verstärkt darauf richten, Technologien mit ausreichendem Reifegrad und vertrauenswürdige Geschäftsmodelle in Unternehmen zu implementieren. Das schaffen wir mit intensiver Begleitung der Betriebe in der Digitalen Transformation, beispielsweise mit Beratungsangeboten wie dem Digital Check.


Wie kann man den Technologietransfer zwischen Wissenschaft/Forschung und KMU verbessern?

Die Schwerpunktsetzungen im Mechatronik-Innovationsnetzwerk müssen frühzeitig abgestimmt werden. Als Branchennetzwerk kommt uns als Mechatronik-Cluster hier eine wesentliche Rolle zu. Mit unseren Erfahrungsaustauschrunden können wir den Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Unternehmen, aber auch zwischen Unternehmen untereinander noch weiter intensivieren. Unser Fokus liegt auch darauf, Innovationsprojekte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu initiieren. Hier müssen wir alle Branchen, F&E-Einrichtungen sowie Unternehmen und Intermediäre einbeziehen.


Warum sollten Industrie und Forschung vorhandene Förderangebote noch besser nutzen?

Weil die Digitalisierung von Produkten UND Prozessen, von Maschinen und Anlagen, von Softwarelösungen etc. immer komplexer wird. Dazu braucht es einen Mindset Change in Unternehmen und bei Mitarbeitern und ein umfassendes Verständnis der Technologien. Es gilt nun, die neuen Technologien unter Nutzung mechatronischer Lösungen in die Anwendung zu bringen und diese dadurch ständig weiterzuentwickeln sowie nachhaltige Innovation zu unterstützen. Dieser Paradigmenwechsel spiegelt sich im Rahmen der politischen Forschungs-, Technologie und Innovationsstrategie und in den daraus abgeleiteten Förderinstrumenten zum Teil schon wider. Vor allem ist es wichtig, Technologie- UND Prozessinnovationen zu fördern. Wichtig wären in diesem Zusammenhang Leitprojekte mit entsprechend beispielgebender Branchenwirksamkeit.


Wie soll die intensivere internationale Vernetzung in der Mechatronik gelingen?

Durch internationale Kooperationen mit dynamischen, hoch innovativen Regionen und die Vernetzung der jeweiligen Player auf wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene. Dazu planen wir Innovations- und Studienreisen zu internationalen Hotspots.


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